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Auf dem Weg zur „Netten Toilette“

Gauting – Sevin Ulukut, Vorsitzender des Gautinger Seniorenbeirats, war zufrieden. „Wir haben mit Erfolg unsere neu gewählte Seniorenvertretung bei den örtlichen Bürgerversammlungen im Herbst vorgestellt, aber auch Ideen zum Gautinger Klimaschutzkonzept eingebracht“, betonte er in der jüngsten Sitzung des Beirats. Auch beim „Runden Tisch“ der 50 Gautinger Vereine sei der Beirat präsent gewesen. Positiv zu verzeichnen sei zudem, dass die Rathausverwaltung das Gremium in die Entscheidungsprozesse mehr einbeziehe. Ulukuts Wunsch: nach der Kommunalwahl am 8. März Rederecht bei allen Themen im Gemeinderat, die die älteren Bürger angehen – etwa Barrierefreiheit. 

 

Sehr gut komme bei den Senioren die Präsenz der Beiräte beim monatlichen Seniorencafé im Bosco an. Und nach dem Seniorenkino im Gautinger Breitwand säßen alle an einem Tisch im „Tati“ und plauderten über Gott und die Welt. „Es ist ein gutes Miteinander“, freute sich der Vorsitzende. 

 

Beim kreisweiten Vernetzungstreffen der Seniorenbeiräte, bei dem es um Erfahrungsaustausch und einen Aktionsplan ging, waren aus Gauting Gertraud Gschwendtner, Ulrike Jung und Brigitta Voss dabei. „Der Fokus lag dieses Mal auf dem Thema Einsamkeit“, berichtete Ulrike Jung. Mit Freizeitaktivitäten wie Bike-Touren, Spielevormittag (jeden vierten Donnerstag im Monat ab 10.30 Uhr in der Gemeindebibliothek), Sprechstunden in der Gautinger Insel sowie Präsenz beim Seniorencafé halte die örtliche Seniorenvertretung dagegen. Auf der Agenda steht zudem ein Internetcafé, in dem Senioren am Handy eingewiesen werden. Das Thema Digitalisierung ist für Senioren sehr wichtig. 

 

Für 2026 hat sich der Beirat viel vorgenommen. Dazu gehört eine Veranstaltung zu Trickbetrügern und Cyberkriminalität mit dem Gautinger Polizeichef Andreas Ruch im Bosco. Ein Sorgenkind ist nach wie vor die „Mitfahrerbank“ am Bahnhofplatz, deren Funktion sich vielen Autofahrern offenbar nicht erschließt. Dies soll sich durch eine leuchtende Signalfarbe und größere Schilder ändern. „Die Bank muss früher sichtbar werden“, sagte Ulukut. 

 

Als weiteren Standort für eine Mitfahrerbank empfahl Ulrike Jung den in beiden Richtungen stark frequentierten Bosco-Parkplatz. Hingegen seien die seit Jahren nicht genutzten Mitfahrerbänke an der Grubmühlerfeldstraße sinnlos. „Die sind völlig gaga und könnten auch irgendwo im Wald stehen“, fand Sebastian Fuchsberger. Erfreulich: Die Nachbarschaftshilfe „Gauting hilft“ unter dem Dach des BRK spendet 1500 Euro für die vom Seniorenbeirat beantragte „Ratschbank“ auf der Wiese vor dem Gautinger Mühlrad am Lederersteg (wir berichteten). Sie dient dem Zweck, dass Menschen zwanglos miteinander ins Gespräch kommen. 

 

Und noch ein Projekt beschäftigt den Rat: die „Nette Toilette“. Nach dem Vorbild der badischen Kreisstadt Waldshut-Tiengen im Südschwarzwald plant der Gautinger Seniorenbeirat eine App nebst Broschüre. Darauf werden Restaurants, Cafés, Geschäfte oder öffentliche Einrichtungen aufgelistet, die Toiletten ohne Konsumzwang anbieten. Allerdings: Da der Begriff „Nette Toilette“ urheberrechtlich geschützt sei, brauche es eine andere Bezeichnung. Zunächst geht es darum, Gewerbetreibende oder sonstige Anbieter zu finden, die mitmachen wollen. „Das wäre wie der bereits realisierte Trinkbrunnen vor der Frauenkirche an der Bahnhofstraße ein weiteres Projekt, wo sich Schnittmengen ergeben, etwa mit jungen Familien“, sagte Dr. Michaela Reißfelder-Zessin (SPD), Referentin für Soziales, Familie und Inklusion im Gemeinderat. 

 

Zum Finale dankte Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek den Seniorenbeiräten mit kleinen Präsenten für ihre Arbeit. Das nächste Mal tagt der Seniorenbeirat am Montag, 30. März, um 14 Uhr im kleinen Rathaussaal. 

 

Änderung: Der ursprünglich geplante Termin am 23.3.2026 wurde nach Hinweisen auf einen möglichen Stichwahltermin um eine Woche verschoben.

Quellenangabe: Christine Cless-Wesle, Starnberger Merkur vom 08.01.2026, Seite 36

 

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Veröffentlichung

Do, 08. Januar 2026

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