Das Taxi-Telefon am Bahnhof ist wieder in Betrieb
Stolz auf den neuen Anschluss am Bahnhof (v.l.):
Monika Lackner-Ulukut, Sevin Ulukut, Barbara Weisser (alle Seniorenbeirat), Bürgermeisterin Brigitte Kössinger, Ulrike Jung, Sebastian Fuchsberger, Brigitta Voss, Traudl Gschwendtner (Seniorenbeirat) sowie die Taxifahrer Mirghulam Quraishi, Michael Kilian und Erhard Sagunsky.
Nach zwei Jahren Pause ist die Rufsäule am Bahnhofsplatz in Gauting wieder in Betrieb. Ab sofort können Kunden dort unter der neuen Nummer 089/88 99 98 90 ein Taxi für längere oder kürzere Fahrten bestellen.
Gauting — Zwei Jahre lang war das Festnetztelefon am Taxistand am Gautinger Bahnhof außer Betrieb. Gemeinsam mit dem Münchner Taxifahrer Ralf Büscher, der mit seinem geräumigen Original „London Taxi" mit Platz für Rollstuhl und Fahrrad regelmäßig abends am Gautinger Standort Bahnhofplatz steht, nahm sich der örtliche Seniorenbeirat des Problems an (wir berichteten). Mit im Boot ist auch die Gemeinde Gauting, der bekanntlich der Grund am Bahnhofplatz gehört. Bei der Einweihung am Donnerstag dankte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger für die „Gautinger Hightech-Lösung".
Büscher war es, der eine neue DSL-Leitung beantragt hat. Über die neue zentrale Rufsäule unter der Nummer (089) 88 99 98 90 sind jetzt alle Taxen am Gautinger Standort Bahnhofplatz erreichbar, erklärte der Gautinger Taxifahrer Michael Kilian beim Pressetermin. Alle Anrufe werden zudem dank Fritz-Box auf den Smartphones der Taxifahrer aufgezeichnet.
Für diese Lösung mit Fritz-Box sei Büscher, der am Donnerstagnachmittag auf einer Langstreckenfahrt und deshalb verhindert war, sogar „in Vorkasse gegangen", erzählt sein Gautinger Kollege Michael Kilian. Die Investition werde noch auf die selbstständigen Taxi-Unternehmer am Standort Bahnhofplatz Gauting umgelegt. Der Clou: Die Taxifahrer müssen nicht mehr aussteigen und zur Rufsäule spazieren, sondern sehen auf ihren Smartphones sofort die eingehenden Anrufe. Damit wird auch ein Wunsch der Gemeinde erfüllt. Denn: In der Vergangenheit gab es die eine oder andere Beschwerde im Rathaus, dass das Telefon lange klingelte, aber kein Taxifahrer vor Ort war, um den eingehenden Anruf entgegenzunehmen.
Dass die alte Rufsäule zeitweilig abgemeldet war, hat vor allem für Protest unter den Senioren am Ort gesorgt. Das erzählte der Seniorenbeirats-Vorsitzende Sevin Ulukut. Wirkliche Alternativen gab es nicht. Denn der gemeindliche Bürgerbus fährt bekanntlich nur an drei Vormittagen. Und Kurzstreckenfahrten der Ehrenamtlichen von „Gauting hilft", etwa zum Arzt, müssen langfristig mit einer Woche Vorlauf gebucht werden. „Deshalb haben wir immer wieder gebohrt", erklärt die Vize-Seniorenbeirats-Vorsitzende Gertraud Gschwendtner. Denn die Taxler machen spontan Kurzfahrten im hügeligen Gauting, freut sich die Seniorenvertreterin.
Eine Kurzfahrtpauschale gibt es bei den Fahrten nicht. „Die Grundgebühr kostet 5,60 Euro, der gefahrene Kilometer im Landkreis Starnberg 2,60 Euro, im Landkreis München 5,80", rechnet Taxiunternehmer Michael Kilian vor. Er persönlich schaltet seine Uhr immer erst nach 20 Metern ein, denn: „Das freut den Fahrgast." Kilian ist einer von etwa zehn selbstständigen Taxlern am Gautinger Standort. „Wenn es gut geht, habe ich um die 15 Fahrten pro Arbeitstag", erzählt er. Sein Kollege Ralf Büscher sei abends von 18 Uhr bis Mitternacht im Einsatz — und wie alle Taxler in Gauting jetzt wieder über die zentrale Rufsäulen-Nummer per Telefon über die zentrale Rufsäule erreichbar.
Quelle: Christine Cless-Wesle -Starnberger Merkur vom 07.03.2026
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