Gauting macht bei Lego-Rampen mit
VON CHRISTINE CLESS-WESLE
Gauting – Barrierefreiheit ist in Gauting mit der steil ansteigenden Bahnhofstraße nicht nur bei Senioren gefragt. Auch Leute mit Handicaps oder Eltern, die den Kinderwagen über Treppen, Bordsteinkanten und Schwellen schieben müssen, sind dankbar dafür. Deshalb wird sich der Seniorenbeirat an der Mitmach-Aktion „Lego-Rampenbau“ am 10. Mai in Tutzing beteiligen. Das erklärte der Vorsitzende Sevin Ulukut in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Der „Lego-Rampenbau“ wird im Rahmen der kreisweiten Pflege-Aktionswoche über die Bühne gehen.
„Erst als ich selbst mal gehandicapt war, habe ich das Problem erkannt“, sagte Seniorenbeirat Sebastian Fuchsberger. Denn da sei er nur mit Mühe die drei Stufen zum Eingang der Internistenpraxis an der oberen Bahnhofstraße hochgekommen.
Mit im Boot bei der Aktion sei auch die jetzige Inklusionsbeauftragte Christine Schwarz von der Gautinger Insel, ergänzte Sozialamtsleiterin Cornelia Hollstein in der Sitzung. Ziel sei es, Aufmerksamkeit für Barrierefreiheit, insbesondere für Rollstuhl- und Gehwagenfahrer, zu fördern. Die kunterbunten, gespendeten Legosteine dienen dabei auch als Hingucker. Langfristig wolle man auf „stabilere Plattformen“ wie Stahlrampen umsteigen, so Ulukut. Mit Blick auf den 10. Mai gibt es noch einiges zu tun. Bisher haben sich erst zwei Gautinger Geschäfte dazu bereit erklärt, beim Lego-Rampenbau mitzumachen.
Zur Erinnerung: In Gauting gab es schon mal eine „Legorampen-Aktion“: In Kooperation mit Schülern des Otto-von-Taube-Gymnasiums hatte die damalige Inklusionsbeauftragte Martina Ottmar 2021 eine Rampe mit gespendeten Legosteinen gebaut, und zwar vor dem Bio-Backhaus Cramer an der Unterbrunner Straße (wir berichteten). Vorbild ist das bekannte Lego-Oma-Team aus Hanau, das aus sieben Frauen und zwei Männern besteht und unter der Leitung von Lego-Oma Rita Ebel Organisationen, Vereine, Schulen und Kindergärten mit Rat und Tat unterstützt. Seit 2019 bauen Ebel und ihre Mitstreiter Rampen für Rollstuhlfahrer, Rollatoren und Kinderwägen aus gebrauchten gespendeten Legosteinen. Es gibt bereits 152 Rampen, davon 39 direkt in Hanau. „Wir werden so lange Rampen bauen, wie wir Steine aus der Bevölkerung gespendet bekommen“, erklärt sie auf der Homepage der AWO Hanau.CC
Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 08.04.2026, Seite 33
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