Gemeinsame Sache für Senioren
In der jüngsten Sitzung des Gautinger Seniorenbeirats war erstmals der neue Bürgermeister Maximilian Platzer zu Gast. Er kündigte an, das Gremium beim Projekt „Toiletten mit Herz" sowie die Mitfahrerbänke zu unterstützen. Außerdem stellte er einen zweiten Trinkbrunnen in Aussicht.
Gauting – „Erfolg hat drei Buchstaben – nämlich TUN.“ Mit diesen Worten eröffnete der Vorsitzende Sevin Ulukut die jüngste Sitzung des Seniorenbeirats im kleinen Rathaussaal. In der Tat tut das Gremium viel für die betagten Bürger in der Würmtalgemeinde. So wies der Vorsitzende auf das Seniorencafé mit Sprechstunde hin sowie auf das Seniorenkino mit Kaffeerunde im „Tati“, bei denen er selbst und andere Beiräte präsent sind.
Außerdem erwähnte Ulukut den regelmäßig stattfindenden Spielevormittag unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“, der sehr gut angenommen wird (wir berichteten). Mit von der Partie war der Seniorenbeirat zudem beim Sommerfest „Weltoffenes Gauting“ der BRK-Nachbarschaftshilfe „Gauting hilft“ mit dem „Café International“ und einer türkischen Mädchen-Rockband auf dem Platz der Evangelischen Christuskirche.
Ulukut blickte in die nähere Zukunft voraus. So plant das Gremium für mehr Barrierefreiheit eine Aktion gemeinsam mit den Geschäften für gesponserte Lego-Rampen. Außerdem werde man mit der Gautinger Insel nach einem Ortsspaziergang Maßnahmen überlegen, wie Hindernisse im Alltag für ältere Gautinger beseitigt werden können. Ganz oben auf der Agenda steht das Thema „Vernetzen“. Im Übrigen freute sich Ulukut, im neu gewählten Gemeinderat Rederecht bekommen zu haben.
Ulrike Jung berichtete über den Einsatz von Robotik in der Pflege. Sie wies darauf hin, dass die ambulante Krankenpflege Tutzing bereits mit dem „Empathie“-Roboter Max von „Navel Robotics“ arbeite. „Max“ gehe auf demente Heimbewohner zu und spreche sie emotional an. Doch leider könnten die Pflegeeinrichtungen den Einsatz des 25.000 bis 28.000 Euro teuren, KI-gesteuerten Empathie-Roboters nicht abrechnen.
Und noch etwas treibt das Gremium um: In Anlehnung an die lizenzgeschützte „Nette Toilette“ wird der Beirat mittelfristig die behindertengerechten „Toiletten mit Herz“ realisieren. Denn zur mangelhaften öffentlichen Bahnhofstoilette gebe es derzeit kaum Alternativen, so Ulukut. Die Gemeinde wird das Vorhaben unterstützen, wie der erstmals teilnehmende, neue Bürgermeister Maximilian Platzer betonte. Er werde zusammen mit Wirtschaftsförderer Fabian Kühnel-Widmann die Geschäfte motivieren. Am besten wäre ein gut sichtbares Logo am Eingang. Außerdem versicherte er, dass die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den Spartenträgern und dem Würmtalzweckverband einen weiteren Trinkwasserbrunnen aufstellen wird.
Als zentrales Thema erwies sich erneut die Mobilität. Für die selten bis nie genutzte, blaue „Mitfahrerbank“ am Gautinger Bahnhofplatz sucht der Seniorenbeirat mittlerweile einen neuen Standort. Der Grund, warum sie meist ignoriert wird: „Autofahrer, die aus der Pippinunterführung kommen, nehmen einen potenziellen Fahrgast zu spät wahr“, so Ulukut. Platzer lobt die „sehr gute Grundidee“ und schlug einen Standort an der Schulstraße vor. Auf Social Media werde das Rathaus das Thema „Mitfahrerbank“ auch jungen Menschen näherbringen.
Falls der Gautinger „Bürgerbus“ dem Sparkurs bei den Haushaltsberatungen zum Opfer fallen sollte, stehe das neue Carsharing-Angebot, ein Ford-9-Sitzer der Firma „Mikar“ am Gautinger Bahnhof (wir berichteten), auch für Fahrten zum Seniorencafé zur Verfügung, so der Bürgermeister. Eine Alternative wären außerdem gesponserte Taxigutscheine für Kurzstrecken, regte der anwesende Taxiunternehmer Ralf Büscher an.
Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 31.07.2026, Seite 33, Christine Cless-Wesle
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